BMW

LEARNINGS

  • BMW ist wie das im letzten Beitrag skizzierte Beispiel von Mercedes schon längst kein reiner Mobilitätsplayer mehr, sondern versucht seine Marke in andere Lebensbereiche durch (digitale) Angebote und Services zu transferieren
  • In ersten Kooperationen bzw. Joint Ventures erweitert BWM sein Angebotsportfolio auf Basis seiner Kernkompetenzen in ganz neue Life Areas wie bspw. Arbeit (Microsoft-Kooperation mit Skype for Business und Viessmann-Kooperation mit Digital Energy Solutions)
  • BMW agiert sowohl als Enabler (z.B. durch die Finanzierung von Mobilität oder die Kooperation im Navigationskarten-Dienstleister HERE) als auch als Realizer (z.B. durch Carsharing mit DriveNow) und als Orchestrator (z.B. über die BMW Community in der Life Area Socialize). Damit nimmt BMW je nach Life Area unterschiedliche Rollen ein
  • In diversen strategisch relevanten Bereichen kooperiert BMW gar mit Branchenwettbewerbern (Mercedes, Volkswagen) sowie mit Techplayern (Amazon Alexa, Microsoft Skype)
  • Zur Erschließung neuer Technologien (z.B. Blockchain) oder neuer Services (z.B. digitale Versicherungen) erweitert BMW sein Ökosystem durch Investitionen in innovative Startups
  • Über den hauseigenen Venture Capital-Arm BMW i Ventures und die BMW Startup Garage beteiligt sich BWM auch an Wachstumsunternehmen, um strategisch neue Life Areas im Ökosystem zu adressieren (z.B. Socialize durch Life 360 = Plattform mit über 80 Millionen vernetzten Familien)
  • Die Positionierung von BMW ähnelt derjenigen anderer Automobilhersteller wie Mercedes und Volkswagen („me too“)
  • Gleichzeitig droht der Angriff in der hauseigenen Life Area Mobilität durch neue Wettbewerber, branchenfremde Player und innovative Technologieunternehmen (z.B. Uber, Alphabet, Velocoptor)
  • Das Autonome Fahren bietet großes Potenzial für die Adressierung ganz neuer Bedürfnisse in noch nicht besetzten Life Areas (z.B. Bildung, wenn die Menschen während der Fahrt Zeit haben, eine Sprache zu lernen). Hier könnte dann eine Kooperation oder Übernahme eines Bildungsanbieters wie babbel oder einer Hochschule strategisch sinnvoll sein
  • Die Aufstellung von BMW bestätigt unsere Research-Erkenntnisse, dass 1) Produkte durch Bedürfnisse (Life Needs) ersetzt werden, 2) Branchengrenzen fallen und 3) die Trennung zwischen B2B und B2C immer mehr verschwimmt. Der Wettbewerb zwischen Unternehmen wird durch den Wettbewerb um die besten Ökosystemangebote ersetzt.